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Der Notruf – so wird's gemacht!

Ein Notruf ist immer dann umgehend abzusetzen, wenn durch Unfall, Krankheit oder Gewalt Menschenleben in Gefahr oder schwere gesundheitliche Schäden zu befürchten sind.

Die Erreichbarkeit der Rettungsleitstellen ist deutschlandweit* und inzwischen sogar EU-weit einheitlich geregelt, und zwar über die Telefon-Nr.

112

Diese Telefon-Nr. gilt auch von Münz-, Karten- oder Mobiltelefonen aus, immer ohne Vorwahl. Ein Notruf ist immer kostenlos. Es ist weder Kleingeld, noch eine Telefonkarte erforderlich. Die Möglichkeit, sogar ohne SIM-Card per Handy einen Notruf abzusetzen, wurde allerdings wegen zu häufigen Missbrauchs per Bundesrat-Verordnung im Februar 2009 gesperrt. Allerdings haben die Mobilfunk-Netzbetreiber die Pflicht, auch Notrufe netzfremder Teilnehmer freizuschalten. Bei einigen Handymodellen ist sogar bei eingeschalteter Tastensperre der Notruf möglich.

* In den Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz gilt alternativ auch noch die 19222 für die direkte Alarmierung der Rettungsleitstellen. Hier muss jedoch in manchen Orten eine Vorwahl gewählt werden. Bei Anrufen mit Mobiltelefonen ist die 19222 kostenpflichtig und es wird keine Vorrangschaltung aufgebaut. Das bedeutet, dass die automatische Nutzung anderer verfügbarene Mobilfunknetze im Falle eines Funklochs Ihres Mobilfunkbetreibers nicht möglich ist! Als Ortsfremder gehen Sie mit der 112 daher immer auf »Nummer Sicher«, denn die 112 ist auf jeden Fall bundesweit geschaltet.

Der korrekte Ablauf eines Notrufs

  • Wählen Sie den Notruf 112
  • Bewahren Sie Ruhe und halten Sie sich möglichst an das folgende Alarmschema:

    • WER ruft an (Name, Telefonnummer für Rückruf)?
    • WAS ist passiert (genaue, kurze Beschreibung)?
    • WO ist es passiert (Ort, Strasse, Hausnummer, Stockwerk)?
      • Ist der Einsatzort gut zugänglich?
      • Gibt es besondere Zugänge (Hoflage, Seiten-/Hintereingang, Garten...)?
      WIEVIELE Personen sind betroffen?
      • Bei Kindern Altersangabe!
    • Wie ist die Bewusstseinslage, die Atmung und der Puls?
    • Bestehen weitere, ersichtliche Verletzungen?
    • WANN ist es passiert?
    • WEITERES
      (Besondere Gefahren, eingeklemmte Personen, Rauchentwicklung, herunterhängende Elektroleitungen, Kennziffer bei Gefahrguttransporten, ausgelaufene, unbekannte Flüssigkeiten, Ein- und Absturzgefahr)

Wichtig! Der Notruf wird von der Leitstelle beendet. Bleiben Sie am Apparat, bis alle ggf. offenen Fragen geklärt sind!

Notruf 112 gilt jetzt europaweit

Auch im Urlaub können Sie jetzt innerhalb der EU unter der 112 einen Notruf absetzen und Hilfe herbeiholen. Eine Ausnahme bildet derzeit nur Bulgarien, wo die 112 noch immer nicht uneingeschränkt gilt. Insgesamt ist dies jedoch ein bedeutender Fortschritt vor allem für Deutsche aus NRW, die mit der 112 aufgewachsen sind.

Ein großes Problem ist weiterhin die sprachliche Barriere. Während in Deutschland ein Notruf auch in Englisch und in Grenzgebieten meist sogar in der Sprache des Nachbarlandes abgesetzt werden kann, ist dies in vielen EU-Ländern noch nicht möglich.

Weitere Informationen stellt die EU auf einer eigens dafür eingerichteten Internet-Seite zur Verfügung, leider noch nicht auf deutsch.

Sofortmaßnahmen

Bei Atemstillstand:

  • Atemwege freimachen
  • Beatmung

Bei Kreislaufstillstand:

  • Herzdruckmassage

Weitere Maßnahmen

  • Einweisungspersonen stellen
  • Zufahrten und Türen öffnen

  • Bei Nacht Zufahrten und Wohnungen gut beleuchten

  • Erste-Hilfe-Maßnahmen durchführen

Entschuldigung, wo ist Hausnummer 17?!

Haben Sie sich schon mal Gedanken gemacht, ob Ihre Hausnummer bei einem Notfall von den Rettungsdiensten gut gesehen werden kann? Nach dem Bundesbaugesetz ist jeder Eigentümer verpflichtet, sein Grundstück mit der von der Gemeinde festgesetzten Nummer zu versehen. Regionale Vorschriften verlangen sogar mancherorts eine permanente Beleuchtung der Hausnummer bei Dunkelheit. Gerade in Neubaugebieten finden sich jedoch oft recht »"abstrakte« Numerierungen, die zwar schön sein mögen, aber aus rettungsdienstlicher Sicht wenig nützlich sind.

Wünschenswert ist es, die Numerierung mehr an funktionellen als ästhetischen Gesichtspunkten zu orientieren. Sehr viele Hausnummern sind durch Büsche und Bäume verdeckt, verwittert oder durch zu dunkle Schrift auf dunklem Grund schwer oder garnicht zu erkennen. Im Notfall kann es aber entscheidende Zeit kosten, wenn der Rettungsdienst die Einsatzstelle erst suchen muss. Deshalb sollten Sie daran denken, dass die Hausnummer nicht nur für die Postzustellung oder Ihre Bekannten wichtig ist, sondern eventuell auch Ihr Leben retten kann.

Noch ein paar Tipps

Stellen Sie bei einem häuslichen Notfall einen Einweiser für den Rettungsdienst ab. Dieser sollte sich deutlich sichtbar, aber an einem ungefährlichen Ort nahe der Einsatzstelle aufstellen und durch Heben und Senken der seitlich ausgestreckten Armen bemerkbar machen. (Nachts evtl. mit Taschenlampe) Geben Sie bereits beim Notruf Besonderheiten der Einsatzstelle an, z.B. ein davor parkendes Fahrzeug (mit eingeschalteter Warnblinkanlage) oder – bei Neubauten und Baustellen – das Haus mit dem Gerüst, Silo, Kran, etc....

Machen Sie, bei Dunkelheit, die Lichter an, die von der Straße aus wahrgenommen werden können (Hoflicht, Hausgang...). Öffnen Sie bereits nach dem Notruf eventuelle Tore oder Schranken. Halten Sie den Aufzug bereits im Eingangsbereich fest, notfalls indem Sie die Aufzugtür mit einem Stuhl o.ä. blockieren (beim Notruf das Stockwerk angeben!)

Durch diese Tätigkeiten sollten jedoch die notwendigen Erste-Hilfe-Maßnahmen nicht vernachlässigt werden! Bitten oder rufen Sie um Hilfe!